Dipl. Psych.
Maria-Elisabeth Wollschläger
Gerhard
Wollschläger
Mühlgasse 30
66440 Blieskastel –
Mimbach
Unser Vorgehen in der Paartherapie
Wir arbeiten mit
Symbolen, Imaginationen und verhaltenstherapeutischen Vorgehensweisen. Zudem
ist die systemische Sichtweise in der Paartherapie eine wichtige
Grundlage.
Mit dieser
Zusammenstellung wird deutlich, dass wir ein Mischkonzept haben, das wir je
nach Problematik unterschiedlich einsetzen.
-
Wir beginnen mit
einer etwa 1 ½ stündigen Erstanamnese,
in der beide Partner nacheinander aus ihrer jeweiligen Sicht das Problem
darstellen, das sie belastet.
-
Grundlage in diesem
Gespräch ist, dass es nicht eine allgemeingültige Wahrheit gibt, sondern jedem
Menschen das Recht auf seine eigene Sichtweise zugestanden wird. Übliche
Gesprächsfetzen wie: „das stimmt nicht,“
„das war ganz anders,“ verändern
sich dann in die andere Form: „aus meiner Sicht ist das so“ oder „ich habe die
Situation so erlebt“.
-
Im Anschluss an die
Anamneseerhebung arbeiten wir in einer ausführlichen Arbeitsphase mit Symbolen.
Es hat sich gezeigt, dass durch eine Symbolisierung die beiderseitige Sichtweise sehr viel besser darstellbar ist als
durch nur durch Worte. Die zumeist gereizte Stimmung verändert sich durch die Symbolarbeit in eine nachdenklichere und
einfühlsamere Grundhaltung, womit bereits ein wichtiger Schritt erreicht ist:
eine, wenn auch vorsichtige, neue Form miteinander zu reden.
Die Symbolarbeit kann etwa so verlaufen:
Wir setzen an dem Bild an, das beide Partner von
sich selbst oder von der / dem Anderen haben. Wir nennen es Selbst- und
Partnerbild. Dazu suchen sich beide aus einer reichhaltigen Sammlung von Photos, Kunstkarten und Gegenständen etwas
aus, das deutlich machen kann, was jeder an sich selbst gut findet, welche
Seiten man an sich nicht leiden mag und wie man zu sein wünscht. Dann wählt man
Symbole für die Seiten, die man an dem/der Anderen gut findet, bzw. bewundert,
dann Symbole für die Seiten, die man nicht leiden mag und wie man sich den
Anderen wünscht.
Ein Beispiel:
Ein Mann wählt für Seiten, die er an sich mag
folgende Symbole aus: einen kleinen PC aus Ton für seine Fähigkeit, mit
technischen Geräten umzugehen, ein Bild von einer Sitzung dreier Manager für
seine Bereitschaft, sich beruflich sehr stark zu engagieren. Für die Seiten,
die er an sich nicht mag, hat er einen Adler ausgewählt, der zwar sehr erhaben
in den Lüften schwebe, aber den Kontakt zur familiären Realität sehr oft verloren habe. Ein Bild von
einem Vater, der mit seinem kleinen Jungen Ball spielt stellt sein Bild dar,
wie er gern sein möchte. Er habe aber
den Eindruck von sich, dass das noch sehr weit weg wäre.
Für seine Frau sucht er folgende Symbole aus: für
ihre Fähigkeit, liebevoll mit den
Kindern umzugehen, wählt er eine Karte aus, in der eine junge Frau ein Baby im
Arm hält, dem sie liebevoll zugeneigt ist. Für die Seite, die er an ihr nicht
mag, nämlich ihre Art ihn zu kommandieren, wählt er eine Kunstkarte aus, die
Queen Viktoria darstellt. Wie er sie sich wünscht zeigt eine Spielzeugkatze:
weich, trotz ihres Bedürfnisses nach Alleingängen. Die könne er ihr gern
zugestehen, wenn er dabei nicht zu kurz käme.
Seine Frau wählt folgende Symbole aus:
Für sich selbst wählt sie folgende Symbole: -
zunächst hat sie Mühe, für sich ein positives Bild zu finden, und wählt als
erstes ein Photo einer Frau aus, die noch Schmutz unter dem Teppich sucht – und
will damit ihre zwanghafte Putzerei charakterisieren, die sie nicht ablegen
kann und die sie sehr belastet und sich negativ auf das Klima in der Familie
auswirkt.
Dann wählt sie für die Seiten, die sie bei sich
schätzt, ein Lamm aus, das darstellen soll, wie viel sie klaglos hinnimmt, und
ein Bild von Martha Vogeler, die sinnend in die Weite sieht soll ihre Sehnsucht
darstellen, ruhig am Meer sitzen zu können, und sich die Weite anzusehen.
Für Seiten, die sie an ihrem Mann schätzt, wählt
sie eine Sammlung von Handwerkszeug aus: Beißzange, Hammer und Feile für seine
große Geschicklichkeit in den Schwierigkeiten, die bei der Renovierung ihres
Hauses auftraten. Das Managerbild wählt sie ebenfalls, aber mit einer negativen
Interpretation, dass er viel zu wenig zu Hause sei und auch zu Hause noch immer
die Firma im Kopf habe. Wie sie sich ihn wünscht : sie wählt eine kleine
Skulptur von einem Mann und einer Frau, in der der Mann den Arm um die Frau
legt. Das sei seit Jahren nicht
geschehen.
Die Auswahl der Symbole geschieht in einer
nachdenklichen, eher meditativen Haltung. Beide sollen nicht reden, sondern
sich nur auf sich selbst konzentrieren.
Nach der Auswahl
breiten beide ihre Symbole auf dem Boden aus und erklären sie sich
gegenseitig. Beim Zuhören darf man nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden
hat. Absolut verboten ist zu sagen: das stimmt aber so nicht.
Im
Anschluss sprechen dann beide Partner miteinander über das, was sie gehört
haben, was sie freut, was schmerzt, was sie sich anders wünschen.
Meist
ist die Reaktion auf das gemeinsame Gespräch versöhnlicher, oft heiter und
einander zugewandt.
In
einer dritten Phase versuchen wir Therapeuten in Zusammenarbeit mit dem Paar
ein Teilproblem auszuwählen, das die beiden Partner in einer bestimmten
Zeit (vielleicht zwei Monate lang) als erstes angehen können. Es ist wichtig, nicht alles auf einmal
ändern zu wollen, sondern schrittweise vorzugehen, da sonst der Misserfolg
schon vorprogrammiert ist.
Es
könnte z.B. sein, dass beide sich vornehmen, einmal in zwei Wochen einen Abend
für sich allein zu reservieren, an dem sie etwas gemeinsam unternehmen oder
beginnen, miteinander über sich zu reden. Dazu gehören dann verbindliche
Regeln, die aus der Sackgasse Anklage und Verteidigung führen sollen.
Zeitliche Planung unserer
Termine
Wir
haben mehrere Zeitkonzepte.
1.
Das Ganztagskonzept
Aus
der Notwendigkeit, mit Paaren arbeiten zu können, die aus großer Entfernung
anreisen, hat sich das Ganztagskonzept entwickelt, das sich im Laufe der Zeit
so bewährt hat, dass wir es auch Menschen anbieten, die in unserer Nähe wohnen.
Wir
arbeiten vier Stunden am Vormittag und nach einer Pause von drei Stunden noch
einmal zwei bis drei Stunden am Nachmittag, je nach Notwendigkeit. Diese
Vorgehensweise hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, wenn es darum geht, ein
grundsätzliches Nachdenken über die Beziehung zu ermöglichen. In der Regel
können die Paare nach einer so ausführlichen Sitzung mehrere Monate lang allein
weiter arbeiten. Manche Paare kommen
nach einem Jahr wieder, meist mit dem Kommentar: jetzt ist alles aufgebraucht,
wir müssen neu auftanken.
Diese
Vorgehensweise eignet sich nicht, wenn
die Beziehung so explosiv ist, dass die Partner eine zeitlich engere
Unterstützung brauchen. Man kann zwar mit einer großen Sitzung beginnen, muss dann aber doch häufiger Termine
anbieten, die zeitlich etwa einmal monatlich und zweistündlich verlaufen.
2.
Das Zweistundenkonzept
Bei
Paaren, die in unserer Nähe wohnen, und uns erst einmal kennen lernen wollen,
bieten wir zunächst nur einen zweistündigen Termin an, in dem allerdings nur
eine Anamnese möglich ist. Auf einen solchen Termin muss relativ schnell ein
weiterer Termin folgen, damit das Paar sich nicht allein gelassen fühlt.
3.
Das Halbtagskonzept
Mit
manchen Paaren beginnen wir mit einem
drei- oder vierstündigen Termin. So gehen wir auch vor, wenn ein Paar sich
zunächst einen Zweistundentermin gewählt hat.