Die Arbeit mit Symbolen ist von uns zunächst für das diagnostische und therapeutische Vorgehen im Bereich der Psychotherapie entwickelt worden. Ein spezifisch wirksames Element der Symbolarbeit ist die Bedeutungsgebung für die persönliche Geschichte und Entwicklung. Insofern fördert sie auf verschiedenen Ebenen Erkennen und Wachstum der Persönlichkeit. Die Symbole ermöglichen die Wahrnehmung von Gefühlen jenseits der sprachlichen Ebene und eine Ausdrucksweise für verschüttete und bisher nicht zugängliche Gefühle. Gleichzeitig werden gruppendynamische Prozesse verdeutlicht, sodass sich Schwierigkeiten in der Kommunikation darstellen und lösen lassen, ohne dass es zu einer Verstärkung der Konflikte kommt.
Die Arbeit mit konkreten Symbolen (Bildern und Gegenständen) wird für Diagnostik und Therapie im Bereich der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie eingesetzt. Die katathym-imaginative Psychotherapie, die systemische Therapie und das Psychodrama haben das Verfahren beeinflusst und zu den verschiedenen Interventionsmöglichkeiten beigetragen: tiefenpsychologische, psychodramatische und lösungsorientierte Bearbeitungsmöglichkeiten werden je nach Bedarf eingesetzt.
Das Ausbildungsangebot wendet sich an Ärzte, Gestalttherapeuten, Kinder- und Jugendlichentherapeuten, Logopäden und Psychologen. Theologen, die eine Ausbildung in klinischer Seelsorge und Krankenpfleger und Krankenschwestern, die eine Fachausbildung in Psychiatrie haben, können ebenfalls teilnehmen.
Psychologische Volkshochschulkurse entsprechen nicht den Voraussetzungen.
Nach mehr als 20 Jahren Erfahrung mit Symbolarbeit in der
Psychotherapieausbildung ist es uns ein Anliegen, diese Art der
Arbeit zu erweitern und anderen interessierten Personen zugänglich zu machen. Wir bieten aus
diesem Grund zwei verschiedene Formen der Symbolarbeit an.
1. Seminare zur Ausbildung und Weiterbildung für die Psychotherapie und Beratungsarbeit.
Die Ausbildung gliedert sich in ein Einführungsseminar und vier aufeinander abgestimmte Seminare zum Erlernen des therapeutischen Vorgehens.
Die Teilnehmer wählen auf der Basis erprobter Vorgaben Bilder oder Gegenstände aus, die dazu geeignet sind, Menschen unterschiedlichen Alters, ihre Konflikte und ihre Fähigkeiten darzustellen, ihre Familiensituationen und deren Konsequenzen zu verdeutlichen, soziale Beziehungsnetze, Zukunftsvisionen anzuzeigen. Die Bilder und Gegenstände werden damit zu Symbolen. Als Material eignen sich Kunstkarten, Menschen- und Tierdarstellungen, Photos von Landschaften, Material aus dem Handwerkskasten wie Beißzange und Hammer und Sammlungen aus der Natur: Muscheln, Steine, Wurzeln. In der Bearbeitung erfahren die Teilnehmer, wie viel tiefer symbolische Aussagen als gesprochene Worte wirken, und wie unterschiedlich die symbolische Bedeutung für jeden Menschen ist. Die Prozessanalyse mit der Klärung der zugrunde liegenden Arbeitshypothesen und dem Einsatz der verschiedenen Techniken ist unsere didaktische Vorgehensweise.
In den Seminaren zu dem therapeutischen Vorgehen (Therapeutische Techniken I - III) arbeiten die Teilnehmer sowohl in der Rolle der „Patienten“ als auch der „Therapeuten.“ Die Auswahl der Vorgaben und der verschiedenen Techniken wird graduell gesteigert und dem jeweiligen Wissensstand der Teilnehmer angemessen eingesetzt. Übertragung und Gegenübertragung, Abwehrmechanismen, Fokussierung auf den Konflikt sowie der Einsatz eigener Ressourcen zur Entwicklung von Lösungsstrategien werden erarbeitet.
2. Seminare zur Selbsterfahrung und
Persönlichkeitsentfaltung
Außer den Ausbildungskursen bieten wir Seminare an, die sich mit einer besonderen Fragestellung beschäftigen oder für besondere Arbeitsbereiche gedacht sind. Hinzu kommt, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Institut für tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie (SITP) Bausteine für die Ausbildung zu Paartherapeuten einbringen.
Wir lehren das Arbeiten mit Symbolen in einem Stufenprogramm. Die Kurse bauen aufeinander auf. Im Einführungsseminar zeigen wir in der therapeutischen Arbeit mit den einzelnen Teilnehmern, welche Motivvorgaben und Techniken eingesetzt werden können. Im Anschluss daran wird in einer Prozessanalyse das Vorgehen erklärt. In den späteren Seminaren üben die Teilnehmer selbst das Arbeiten als Therapeuten und die Prozessanalyse ein. In allen Seminaren ist das didaktische Vorgehen an Selbsterfahrung gebunden.
Es hat sich gezeigt, dass sich die Symbolarbeit über die Einzel- und Paartherapie hinaus auch für die Arbeit mit Gruppen anbietet, deshalb bewährt sie sich sowohl in der Gruppentherapie, in der Nacharbeit des Bibliodramas und in verschiedenen Bereichen der Supervision. Im Bereich der Pädagogik kann sie zur Konfliktklärung und zur Persönlichkeitsentwicklung eingesetzt werden.
Ausbildungsseminare kommen für
folgende Berufsgruppen in Frage:
Ärzte, Ergotherapeuten, Gestalttherapeuten, Kunsttherapeuten, Lehrer, Logopäden,
Psychologen, Sozialpädagogen und Theologen, die eine abgeschlossene
Beratungsausbildung haben und/oder in Kliniken in die Beratungstätigkeit
eingebunden sind. Krankenschwestern, die eine Fachausbildung in Psychiatrie
haben, können ebenfalls teilnehmen. Psychologische Volkshochschulkurse
entsprechen nicht den Voraussetzungen.
Die
Seminare zur Selbsterfahrung und
Persönlichkeitsentfaltung sind für alle Interessenten offen. Sie beinhalten
sowohl Seminare, in denen mit Symbolen gearbeitet wird als auch solche, die mit
anderen Methoden arbeiten. Selbsterfahrung erfordert seelische Stabilität.
Unsere Seminare sind kein Ersatz für eine psychotherapeutische Behandlung.
Literatur
Wollschläger, M.E. und Wollschläger, G. (1998). Der Schwan und die Spinne. Das konkrete Symbol in Diagnostik und Psychotherapie. Bern: Huber. (Kapitel 2 und 5 - S. 21–30 und S. 51-80).
Ebenso ist für die Teilnahme an den Ausbildungsseminaren eine Kenntnis der Neurosenlehre wichtig. Wir empfehlen als Einführung:
Müller-Pozzi H. Psychoanalytisches Denken. Bern: Huber 1995 Kenntnisse in der Neurosenlehre werden auch in besonderen Theorieseminaren am Saarländischen Institut für tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie vermittelt.